Werft Sietas
Sietas und das Estesperrwerk

An der südwestlichen Grenze Hamburgs, liegt die Schiffswerft J. J. Sietas an der Estemündung, die in die Elbe fließt. Die traditionsreiche Werft hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer der effektivsten mittleren Werften der EU mit einer breiten Produktionspalette entwickelt.
Direkt an der Elbe, gegenüber Blankenese liegt der kleine Ort Cranz im alten Land und das Este-Sperrwerk. Der Ort Cranz hätte ohne seine kleine Fähre über die Elbe und eben dieses technisch interessante Sperrwerk wohl kaum größere Bekanntheit erlangt. Mit seinen knapp 900 Einwohnern zählt Cranz zu kleinsten Stadtteilen Hamburgs.

Wer zu Fuß oder per Fahrrad von einem Elbufer zum nächsten will, kann das mit der Fähre von Cranz. Die Verbindung vom Anleger in Cranz, in unmittelbarer Nähe des Sperrwerks zur Este gelegen, wird mit nur einem Fährschiff bewältigt. Es handelt sich um die kleine "Fährmann", die morgens um 6.30 Uhr erstmals von Cranz aus ablegt und danach im Stundenrhythmus einmal übersetzt.

Man kann einen der schönsten Stadtteile Hamburgs, vom Sperrwerk aus gut sehen. Da klebt ein Haus neben dem anderen an den Blankeneser "Bergen" mit fantastischen Ausblicken auf die Elbe. Die Este als rechter Nebenfluss der Elbe ist mit 44,7 Kilometer ein ziemlich kurzer Fluss und hat ihren Ursprung (Quelle) in der Lüneburger Heide in der Nähe des Wilseder Berges (höchste Erhebung der Nordwestdeutschen Tiefebene und natürlich auch der Lüneburger Heide mit 169,2 Metern). Sie mündet nur wenige Kilometer unterhalb Hamburgs, nämlich in Cranz durch das Este-Sperrwerk hindurch in die Elbe.
Die Este ist im mit kleinen Schiffen und Booten befahrbaren Bereich zwischen Hamburg-Cranz und Buxtehude eine der landschaftlich schönsten Nebenflüsse im südlichen Bereich der Unterelbe. Der kleine Fluss ist ein Tidengewässer mit einem Tidenhub bis ca. 2,8 m.
Das neue Este-Sperrwerk ist zwar auch nun schon einige Jahre in Betrieb, aber es ist das bislang letzte neuerrichtete Sperrwerk an den hiesigen Nebenflüssen der Elbe. Diese Sperrwerke können bei Hochfluten der Elbe die an den Nebenflüssen liegenden Orte und das Land hinter den Deichen davor schützen, dass sich Hoch- und Sturmfluten über die Nebenflüsse im Hinterland auswirken können. Außerdem schützt es die Sietas-Werft mit ihren direkt am Wasser gelegenen Anlagen vor Hochwasserschäden.
Das Sperrwerk hat eine Klappbrücke, über die bei liegendem Zustand der Verkehr auf zwei Spuren von Neuenfelder zum Cranzer Hauptdeich und umgekehrt fließen kann. Es gibt Geh- und Radwege neben der Fahrbahn. Die Brückenklappe allein wiegt rund 520 Tonnen, die Stützweite beträgt 50,5 Meter. Für den Gewichtsausgleich des Waagebalkensystems der Klappbrücke sind immerhin rund 540 Tonnen Ballastbeton notwendig. Im Normalbetrieb kann diese Brücke in etwa dreieinhalb Minuten über zwei Hydraulikzylinder geöffnet und geschlossen werden. Die Pylonen der Brücke sind jeweils 22 Meter hoch und beinhalten das Maschinenhaus mit den Hydraulikanlagen.